Programme

Im Zoo von Oasis Park Fuerteventura widmet sich ein Team von in verschiedenen Bereichen spezialisierten Experten ausschließlich der Arterhaltung. Es beteiligt sich an 17 Erhaltungsprogrammen, von denen einige vom Obersten Spanischen Forschungsrat (CSIC) und der Versuchsstation für aride Zonen in Almeria ins Leben gerufen wurden. Wir schaffen Gehege und bilden natürliche Lebensräume nach, Bereiche, in denen wir zur Vermehrung einiger Tierarten beitragen. 

Mehr als um einen Auftrag handelt es sich dabei um die Einhaltung eines Versprechens, das wir der Tierwelt und der Gesellschaft gegeben haben.

Cuvier-Gazellen Zuchtprogramm

Dieses Programm wurde von der spanischen Staatsagentur CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Científicas) und der EEZA (Estación Experimental de Zonas Áridas de Almería; Forschungsstation für aride Zonen in Almería, Südost-Spanien) ins Leben gerufen. Sein Ziel ist die Zucht der Cuvier- oder Atlas-Gazelle und die Auswilderung von Exemplaren in ihrem natürlichen Lebensraum in den Bergen Nordafrikas. Ausser der Forschungsstation in Almería gibt es in Spanien nur noch zwei Einrichtungen, die sich der programmierten, authorisierten Zucht der Cuvier-Gazelle widmen: der Park Cabárcenos bei Santander (Nordspanien) und Oasis Park Fuerteventura.

Das Zuchtprogramm sieht die ständige Zunahme des Bestandes dieser Gazelle vor, wobei streng darauf geachtet wird, mittels geeigneter Partnerwahl die genetische Variabilität der Art zu sichern. Dieses Management soll zusammen mit der Wiedereinführung von Exemplaren in Schutzgebieten in ihrem angestammten Lebensraum dazu führen, dass diese gefährdete Gazelle nicht ausstirbt.

Zuchtprogramm für afrikanische Sporn-Schildkröten

Schon vor 200 Millonen Jahren gab es Schildkröten, so wie wir sie heute kennen. Es sind viele fossile Arten bekannt, und die Schildkröten veränderten im Lauf der Zeit oftmals Merkmale wie Grösse, Form der Gliedmassen und Panzerstruktur, behielten aber im Wesentlichen ihren alten “Bauplan” bei. Heute leben 328 Arten, von denen ungefähr die Hälfte vom Aussterben bedroht sind, fast immer durch menschlichen Einfluss (Lebensraum-Zerstörung und direkte Verfolgung, um als Nahrung oder Haustiere zu dienen). Die afrikanische Spornschildkröte lebt in Savannen und Halbwüsten der Sahel-Zone von Mauretanien bis Äthiopien. Sie gräbt lange, bis zu 15 Meter tiefe Gänge im Boden, in denen sie Hitzeperioden überstehen kann. Seit dem ersten Weltkrieg ist sie eine der seltensten Reptilienarten Afrikas In ihrem weiten Verbreitunsgebiet konnten sich nur zerstreute lokale Bestände halten. Die Art braucht dringende Erhaltungsmassnahmen, zu denen die Nachzucht in Zoos gehört.

Afrikanischer Elefant

Wir sind mit dem Zuchtprogramm für Afrikanische Elefanten (EEP) koordiniert. Unser Hauptanliegen ist das Wohlbefinden der Tiere, wobei wir uns grosse Mühe gegeben haben, die Elefanten-Anlage grosszügig und naturnah zu gestalten, damit sie genügend Bewegungsfreiheit haben. Das warme Klima Fuerteventuras und das reichhaltige, abwechsungsreiche Futter, das wir unseren Tieren bieten, kommt unseren drei Elefanten ebenfalls.

Heute leben in Afrika weniger als 500.000 Elefanten. Selbst wenn diese Ziffer noch hoch erscheinen mag: sie ist ein Bruchteil dessen, was es vor einigen Jahrhunderten an Dickhäutern auf dem Schwarzen Kontinent gab, und die Zahl nimmt ständig weiter ab. Laut Daten des World Wildlife Fund werden jedes Jahr mehr als 10.000 Exemplare getötet, um an Elfenbein und Fleisch heranzukommen. Die Bevölkerungszunahme und die damit verbundene Lebensraumzerstörung tragen ebenfalls zur Gefährdung der Elefanten und vieler anderer Tiere bei.

Reservat für Zugvögel und einheimische Pflanzen

Natürliche Feuchtgebiete sind auf Fuerteventura sehr selten und zum grösste Teil auf die Mitte und den Norden der Insel beschränkt. Im Oasis Park haben wir in einen bestimmten Gebiet mehrere ausgedehnte Feuchtgebiete mit Ufervegetation geschaffen, die Brutvögeln Lebensraum und Zugvögeln Gelegenheit zum Schutz und zur Nahrungsaufnahme bieten sollen. Nicht weit davon werden 6 Hektar Berghänge von uns mit einheimischen Pflanzen wiederbegrünt, unter denen sich mehrere bedrohte Arten befinden.

Erhaltung des Kanarischen Kamels

Oasis Park besitzt die grösste Dromedar-Herde Europas. Mehr als 300 Exemplare dieser Kamel-Art erhalten hier ein Tier, das fest mit dem traditionellen Landleben der Kanaren verbunden, aufgrund der Modernisierung der Landwirtschaft aber zum Aussterben verurteilt war. Oasis-Park unternimmt grosse Anstrengungen, dass dies nicht geschieht, und dass das kanarische Kamel, ursprünglich als Nordafrika eingeführt aber inzwischen als eigene Rasse anerkannt, eine bessere Zukunft haben mag. Die Vermarktung der für die Ernährung sehr wertvollen Kamel-Milch könnte dazu beitragen.

Erhaltung des Fuerteventura-Esels

Seit 1997 ist der Fuerteventura-Esel als eigene Rasse in Spanien anerkannt. Früher diente er zusammen mit dem Kamel in der Landwirtschaft. Heute ist seine Zahl auf nur ungefähr 200 Exemplare geschrumpft. Es gibt sogar einige kleine Herden verwilderter Esel. Oasis Park trägt wesentlich zur Erhaltung des Fuerteventura-Esels bei; denn die Tiere haben bei uns regelmässig Nachwuchs.